Ein uralter ERP-Traum, der langsam Wirklichkeit wird, dank “Extensions” von Microsoft-Partnern

Der Beginn der ERP-Systeme

Häufig in den letzten 40 Jahren saßen mehr oder weniger kluge Köpfe beieinander und diskutierten wie denn um-Gottes-Willen die nächste Generation an ERP-Systemen designed werden sollte. Damals gab es zwar den Namen ERP noch nicht, denn die damaligen Softwarepakete hießen WWS-/PPS-/oder einfach kommerzielle Software. Aber unabhängig vom jeweiligen Namen waren auch damals die Softwarepakete bereits mächtig und die Funktionalitätsvielfalt, die daraus resultierende Komplexität und die Fehleranfälligkeit nahmen bereits ein Ausmaß an, dass es jedem verantwortlichen Geschäftsführer und den Entwicklungsleitern der damaligen Software-Anbieter Angst und Bange wurde, wenn sie an die Konsequenzen aus Softwarefehlern dachten.
Damals immer wieder diskutiert, machte die Begrifflichkeit “gekapselte Software” die Runde. Gemeint war damit ein in sich geschlossenes System mit eindeutigen Eingangs- und Ausgangsbedingungen. Ergo ein System welches überschaubar, abgrenzbar und damit mit vertretbarem Aufwand ein Höchstmaß an Fehlerfreiheit erhoffen ließ.

Risikominimierung durch gekapselte Funktionen

Die selbstverständlich auch damals bereits großen Anforderungen an Spezialfunktionen, sollten dann wiederum in “anderen ebenfalls gekapselten Funktionen” realisiert werden, sodass jeweils eventuelle Fehler sich nicht in einem System zu überbordender Breite ausweiten können.
Kerngedanke war, dass “man” so nicht mehr alles allein programmieren musste, was der Markt wollte und benötigte. So ließ sich die Anzahl der Zeilen Programmcode verringern und das Risiko ließ sich minimieren. Für notwendige Spezialfunktionen musste nicht eigenes Know-how erarbeitet oder erworben werden, sondern man konnte Spezialfunktionen halt von Spezialisten programmieren lassen. Keine Frage, das waren intelligente und berechtigte Ideen. Realisiert wurden diese Ideen damals fast niemals.

Zukunftausblick: ERP-Systeme

Wenngleich die ERP-Systeme der kommenden 2020-er Jahre leider wieder sehr mächtig, daraus resultierend fehleranfällig und extrem komplex sind, hat der prinzipiell richtige Gedanke von damals heute eine völlig neue Daseinsberechtigung und Aktualität. Lassen Sie uns das an einem konkreten Beispiel, am ERP-System von Microsoft, Dynamics NAV ansehen. Diese hochmoderne ERP-Basis-Software verfolgt schon immer den Gedanken, alle wesentlichen ERP-Kernfunktionalitäten zur Verfügung zu stellen, nicht mehr und nicht weniger.

Alle Nicht-Kern-Funktionalitäten werden heute durch Partner von Microsoft realisiert. Die so entstandenen Spezial-Funktionalitäten sind dann gut und wertvoll, wenn sie von quasi jedem anderen Partner/Anwender der Dynamics NAV-Software einfach und schnell installiert werden können und damit das “Plattform-ERP-Produkt”, denn als solches versteht sich Dynamics-NAV, zu dem “mächtigen und allumfassenden ERP-Softwarepaket” macht, ohne dass alle Einzel- und Spezialfunktionalitäten bereits vom Hersteller mitgeliefert werden müssen.

Mehr Integration, trotz Risikoverteilung und Risikominimierung geht nicht. In hellblau: typische Extensions

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen spielen große Rolle

Ja zweifellos, eine Jahr 2020-er ERP-Software muss zwingend alle Basisfunktionalitäten für die betriebswirtschaftlichen Anforderungen erfüllen. Die warenwirtschaftlichen Aufgaben, wie Einkauf, Verkauf, Lagerorganisation, die produktionsrelevanten Aufgaben wie die Fertigungsauftrags-verwaltung, die Auftragsnachkalkulation, die Nettobedarfsrechnung müssen Bestandteil der ERP-Software sein. Unbedingt und zwingend gehören die Finanzbuchhaltung, die Lohnbuchhaltung, Projekt- und Serviceverwaltung zu einem integrierten System.
Ob und wieviel an Branchen- oder Spezialfunktionen bereitgestellt werden muss, das sind die berechtigten und durch Microsoft und Microsoft-Partner beantworteten Fragen.

Individuelle Anforderungen immer wichtiger

Es geht beispielsweise um typische Nicht-Kern-Funktionen wie: Webshop-Funktionalitäten, Bonitätsprüfungen (Creditreform), alle Formen der beleglosen Datenkommunikation, spezielle PZE-/MDE-/BDE-Anwendungen, Hochregallager-Steuerungssysteme, Scanner- und Wäge-/Zählsysteme, Pickingsysteme, Labelingsysteme, Logistik-Komponenten, Lieferverfolgungssysteme, Qualitätssicherungssysteme, Grafische Planungssysteme, Fertigungsoptimierungssysteme, Visualisierungssysteme unterschiedlicher Art, Reisekostenabrechnungssysteme, Tourenplanungssysteme, standardisierte Kommunikation mit wiederum anderen Standardsystemen, wie Datev und ähnlichen.

Alles aus einer Hand

Alle diese Anforderungen von einem einzigen Lieferanten programmieren zu lassen, ist heute nicht mehr der Weg, der unter Aspekten der Risikominimierung, der schnellen und allumfassenden Verfügbarkeit gegangen werden kann. Alle diese Funktionalitäten aber sozusagen “aus einer einzigen Hand” zu erhalten, das ist Realität für einen Microsoft Dynamics-NAV-Anwender, wenn der “Extensions-Gedanke” von Microsoft realisiert und gelebt wird.

3 simple NAV-Tipps im Alltag
Menü